Beide Störche im Nest

Seit fünf Tagen halten sich die beiden Störche in Hammelburg auf. Beide befanden sich schon im Nest, aber nicht sehr lange, dann hatte der eine den anderen (recht friedlich für Konkurrenten) vertrieben. Heute Abend konnte erstmals aufgezeichnet werden, dass beide Störche spannungsfrei gemeinsam im Nest landeten.

Dennoch verhalten sie sich sich nicht wie ein Pärchen. Ihr Verhalten erinnert eher an das zweier Geschwister. Noch dazu wirkt der eine Storch (im Bild Storch 1) noch sehr Jung. Sowohl im Aussehen, als auch im Verhalten. Seine Schnabelspitze ist noch leicht schwarz. Ich vermute (die Betonung liegt auf „vermute“), dass es sich dabei um ein Männchen handelt. Der zweite Storch (im Bild also Storch 2) ist leicht an seinem Gefieder zu erkennen. Er trägt beidseitig eine auffallende schwarze Feder im weißen Gefieder. Auch er verhält sich wie ein Jungstorch, aber nicht ganz so auffällig. Dem Verhalten und der relativen Größe nach könnte es ein Weibchen sein. Ob die beiden allerdings wirklich ein geschlechtsreifes Paar darstellen, das bezweifle ich im Moment noch sehr, lasse mich aber auch gerne überraschen.

Was wir bisher wissen

Leider ist der Livestream aufgrund eines Updates abgerissen und die Daten für mich nicht mehr einsehbar. Dennoch steht fest, dass sich neben den Westheimer Störchen (die gerne auch mal nach Hammelburg kommen) auch mindestens zwei neue unberingte Störche in Hammelburg sind. Einer davon hat auch im Nest übernachtet.

Ich gehe fest davon aus, dass dieser Storch kein Elternstorch des vergangenen Jahres ist. Er verhält sich eher wie ein Jungstorch, nicht aber wie ein geschlechtsreifer Storch, der auf sein Weibchen wartet. Kurz konnte man beobachten, dass auch der zweite Storch im Nest anwesend war. Das Aufeinandertreffen verlief eigentlich friedlich. Es wirkte so wie die Ankunft zweier Geschwister, aber weder wie eine echte Konkurrenz zwischen Männchen, noch wie das Begrüßen eines Weibchens.

Da beide Störche keinen Ring tragen können wir wieder über die Herkunft wenig sagen. Das Zusammentragen von Informationen ist daher schwierig. Mal sehen, was der morgige Tag bringt, wenn die Aufzeichnung „zurückspulen“ wieder erlaubt.

Die beiden Aufnahmen sind von Sonntag und zeigen die zwei Störche: Beide sind ohne Ring. Aktuell (19.02.2024 um 19:15 Uhr) sitzt der eine Storch im Nest, auch wenn Sie ihn vielleicht im dunklen Bild nicht sehen können.

Erste Störche 2024 im Nest

Willkommen im Storchenjahr 2024. Am 16.02. sind mehrere Störche in Hammelburg gesichtet worden, von denen sich auch zwei im Nest niedergelassen haben. Auf einem Foto ist zu erkennen, dass mindestens einer davon keinen Ring trägt. Genaueres weiß ich selbst noch nicht.

Heute werde ich die Kameras einrichten, dann sollte später die Übertragung bereits klappen. Vielleicht wissen wir dann auch bald schon etwas mehr über die Störche.

Das war das Jahr 2023

Eine ganze Zeit lang hatte ich geglaubt, dass die Störche so spät im Jahr keine ausreichende Themik mehr finden, um ihre Reise in den Süden anzutreten, und dass sie folglich über den Winter bleiben könnten. Nun sind sie offensichtlich doch abgereist. Im Nest sind sie schon eine ganze Zeit lang nicht mehr zu sehen, im nahen Umfeld auch nicht. Manchmal möchte man schon wissen, woher die Störche wissen, dass es so spät nochmal warm genug zum Fliegen wird. Oder ob sie aufgrund der Wärme einfach spontan entscheiden doch noch zu fliegen.

Das Jahr 2023 begann so harmlos, keine großen Angriffe auf das Nest, keine echten Zwischenfälle. Aber das Storchenjahr in Hammelburg wäre kein solches, wenn es nicht doch turbulent zugehen würde.

Sicher erinnern sie sich noch daran, dass ein Jungstorch von einer Windböe erfasst bei seinen Flugübungen aus dem Nest getragen wurde. Er landete unbeschadet im Rosengarten, flog dann in den Pfarrgarten, auf das Dach des Nachbarhauses und landet völlig erschöpft doch im Innenhof. Dort ließ er sich einfach so nehmen und aufpeppeln. Die ersten Momente waren damals so tragisch, dass ich nicht mehr an sein Überleben glaubte. Futter hatte er sowieso abgelehnt. Aber das Wasser, dass wir ihm direkt in den Hals spritzen gab ihm wohl die nötige Kraft. Nur 15 Minuten später flog er von sich aus einfach so ins Nest.

Bereits währenddessen konnte man lange Zeit beobachten, dass ein zweiter Jungstorch sein Bein in einem Bändel verfangen hatte, der sich nicht mehr löste. Niemand hatte daran geglaubt (zumindest hat sich nie jemand geäußert), dass dieser Bändel gleichzeitig mit dem Nest verfangen war. Als der Jungstorch dann endlich und viel zu spät seinen Jungfernflug starten wollte, wurde er von dem Strick zurück gerissen und stürzte aus dem Nest. Dort hing er eine zeitlang kopfüber. Glücklicherweise waren die Feuerwehrleute gerade in ihrem Feuerwehrhaus und waren in Windeseile zur Stelle. Noch während man versuchte mit der Drehleiter ans Nest zu fahren löste sich der Strick am Nest und der Storch segelte unsanft nach unten, landete auf dem Dach des alten Feuerwehrhauses und bliebt dort im Schneefanggitter hängen. Von dort ließ er sich leicht bergen. Ein Feuerwehrmann schnitt ihm dann den Bändel endlich ab. Ein kurzer Besuch bei der Tierärztin Bauer verriet uns, dass er den Sturz gut überstanden hatte.

Der anschließende Versuch, den Storch ins Nest zu befordern scheiterte, weil der Storch einfach weiter flog. Er landete vor dem Pfarrheim und schaffte später, viel später den Flug zurück ins Nest.

Auffällig war dann auch das Abflugdatum der Jungstörche. Sie waren viel zu früh dran. Der letzte Jungstorch ohnehin. Offenbar hatten sie sich mit den Westheimer Störchen zusammengeschlossen und deren Abflugtermin ebenfalls wahrgenommen. Die Westheimer waren früher geschlüpft.

Dann konnte man nur noch die Elternstörche beobachten, bis sie sehr spät im Jahr auch abflogen.

Ich bedanke mich bei Ihnen allen für Ihr großes Interesse. Auch in diesem Jahr gab es so viel Zuspruch und Anteilnahme. Ich möchte mich aber auch bei allen bedanken, die sich in jeder Weise beteiligt haben. Das sind zunächst einmal

  • die vielen Feuerwehrleute, für ihren engagierten Einsatz,
  • die Tierärztin Bauer, die den Storch untersuchte und dafür überhaupt nichts verlangte,
  • der Küster von St. Johannes für die schnellen Mitteilungen und bereitgestelles Werkzeug,
  • die Nachbarn, für die „Beaufsichtigung“ des Storchs, die Kooperation und schnelle Information, die Leiter und den Zugang zum Gelände,
  • die untere Naturschutzbehörde, die stets ein offenes Ohr hatte und viel Handlungsspielraum zuließ,
  • die Stadt Hammelburg für den unkomplizierten Zugang zu den Kameras im Rathaus
  • und so manchen Helfer, der leider namentlich nicht benannt oder beschrieben werden möchte. Deren Unterstützung ich habe sehr genossen habe, vor allem, wenn auch mal kritische Entscheidungen getroffen werden mussten: Beispielsweise, ob man einen Storch einfach auch mal füttern sollte, anstatt der Natur ihren Lauf zu lassen.

Ich schalte die Kameras nun ab und hoffe sehr darauf, dass ich Sie auch im nächsten Jahr hier begrüßen darf.

Jungstörche weg, Eltern da

Jetzt habe ich mich doch schon einige Zeit nicht gemeldet, da ich derzeit nicht in Hammelburg bin. Die Jungstörche sind am 8. August bereits abgeflogen. Ich hatte schon erwähnt, dass das viel früher als erwartet war. Vermutlich haben sie sich mit den Westheime Störchen zusammengeschlossen und deren Zeitplan verwendet. Falls man das so interpretieren kann.

Es ist ganz normal, dass die Elternstörche länger am Nest bleiben und nach Abflug der Jungstörche auch im Nest übernachten (was sie ja aus Platzmangel zum Ende hin nicht mehr taten). Das tun unsere Elternstörche auch heute noch. Erfahrungsgemäß fliegen Elternstörche etwa zehn Tage später ab. Diese Zeit wäre jetzt schon überschritten. Allerdings stellt sich ohnehin die Frage, ob sich der spätere Abflug der Eltern am Abflug der Jungstörche orientiert oder ob er sich einfach am Schlüpfen oder Jungfernflug festmachen lässt. Hier können wir noch einiges dazu lernen, denn der ungewöhnlich früher Abflug unserer Jungstörche bringt doch einige neue Variablen in den Ablauf.

In jedem Fall sind die Elternstörche nach wie vor in Hammelburg. Und so lange sie das sind, lasse ich die Kamera auch weiter laufen, die nun endlich mal stabil zu übertragen scheint.

Viel Spaß bei der weiteren Beobachtung.

Sind die Jungstörche abgeflogen?

Heute Nacht blieb das Storchennest erstmals leer. Üblicherweise kommen die Jungstörche nach ihrem Jungfernflug jede Nacht ins Nest zurück, die Eltern hingegen schlafen bereits seit längerem außerhalb des Nestes. Dass das Nest nun leer geblieben ist, sollte ein Hinweis darauf sein, dass diee Jungen in den Süden abgeflogen sind.

Dies wäre allerdings viel zu früh, wenn man die übliche Entwicklung von Jungstörchen in Betracht zieht. Der erste Jungfernflug dürfte am 16. Juli gewesen sein. Ungefähr 40 Tage müsste man erfahrungsgemäß drauf rechnen, um den Abflug zu bestimmen. Das wäre dann Ende August. Wenn man nun noch betrachtet, dass unser Nachzügler erheblich entwicklungsverzögert aufgewachsen ist, hätte ich eher mit einem Abflug Anfang September gerechnet. Er hat seinen ersten regulären Flug erst Ende Juli absolviert.

Rechnet man anders und betrachtet das Schlüpfdatum, dann past es schon eher. Wir können dieses nicht genau bestimmen. Bereits am 30. April schrieb ich, dass sich das Verhalten der Störche geändert hatte und ich mit Küken rechne. Erst am 13. Mai hatten wir einen ersten Beweis für Küken. Vom Schlüpfen zum Abflug kann man grob 100 Tage ansetzen. Dann wäre jetzt der frühest mögliche Termin, gerechnet am dem 13. Mai sollte es doch noch etwas dauern.

Wenn man allerdings betrachtet, dass die Störche sich in den Saalewiesen längst mit den Westheimern zusammengeschlossen hatten und deren Entwicklungsstand kennt, dann wäre eine gemeinesame Abreise zum jetzigen Zeitpunkt durchaus denkbar. Wir werden es noch etwas beobachten.

Gestern saßen jedenfalls nur noch die Elternstörche im Nest. Auch dieses Verhalten ist sehr typisch für die Zeit nach dem Abflug der Kinder. Vielleicht ist die spannende Storchensaison bereits für dieses Jahr beendet. Vielleicht.

Später, aber nach Plan!

Das Jahr begann so harmlos, dann sorgten unsere Störche für allerhand Luftanhalten. Zunächst verfehlte ein Jungstorch bei Flugübungen das Nest und war drei Tage am Boden, um es erst nach einer „Zwangsernährung“ wieder nach oben zu schaffen. Dann wurde einem zweiten Storch der Strick am Bein zum Verhängnis, so dass er nach seinem Jungfernflug kopfüber unter dem Nest hängen blieb. Auch dieser konnte gerettet werden und flog ein Tag später zurück ins Nest. Beide Ereignisse sorgten für ordentlich Verspätung im Auflauf. Zumal der Storch mit dem Strick daraufhin nochmal etwas länger brauchte, ehe er einen zweiten Versuch wagte. Dabei waren unsere Störche ohnhin schon hinten dran.

Aber jetzt läuft alles wieder nach Plan. Die Storchenfamilie kann tagsüber als große Gruppe in den Saalewiesen beim Futtersuchen beobachtet werden. Dabei haben sie sich sogar mit anderen (vermutlich den Westheimer Störchen) zusammengeschlossen. Denn manchmal sind es 8 bis 10 Störche, die dort als Gruppe unterwegs sind. Sogar mit Grau- und Silberreiher, ein schöner Anblick.

Auch heute Abend kamen die vier Jungen wieder ins Nest zurück. Nach wie vor zeigen sich die drei großen Geschwister sehr fürsorglich und sorgen sich um das Jüngste. Wenn der Plan nun normal weiterläuft, dann dürften die Störche noch bis in die erste Septemberwoche in Hammelburg bleiben. Wenn sie die Zeit wieder aufholen, dann vielleicht auch nur bis Ende August.

Alle vier Störche zurück im Nest

Nachdem wir den Jungstorch gestern von seinem Strick befreien konnten hielt er sich am Abend und über Nacht am Pfarrheim auf. Wir hatten die Hoffnung, dass er nach einer kurzen Erholung heute ins Nest zurück fliegen könnte. Und so ist es dann auch passiert.

Ein Elternstorch war gerade mit zu den drei Küken geflogen, als sich der Jungstorch auf den Weg machte. Das lässt sich im Bild nicht sehen, aber am Verhalten des Elternstorchs wird das sehr deutlich sichtbar. Als sich der Jungstorch dem Nest näherte, merkte es auch den drei Geschwistern an. Die Landung des gestern verunglückten Jungstorchs gegen 17:15 Uhr verlief dann allerdings äußerst unbeholfen, so dass ein Jungstorch platzmachend das Nest verließ. Das schaut sehr turbulent aus.

Der leicht verletzte Storch zeigte in den folgenden Minuten ein sehr auffälliges Verhalten, das ich nicht wirklich deuten kann. Vielleicht gibt es unter den Störchen wesentlich mehr Solidarität und Kommunikation, als wir immer denken. Der Elternstorch bringt dann den „platzmachenden Jungstorch“ ins Nest zurück. Er begleitet ihn förmlich bis an den Nestrand und dreht dann erst ab. Auch dieses Verhalten kenne ich so von Störchen noch nicht.

Der verunglückte Storch ist leicht an seinem Blutfleck zu erkennen. Auf dem folgenden Bild fliegt er gerade ins Nest ein.

Der Blutfleck stammt aus einem Bluterguss am rechten Flügel und tränkt somit das Federkleid. In der ersten Zeit nach der Rückkunft saß der Storch viel im Nest. Das ist zwar auffällig, aber auch gleichzeitig schon immer sein Verhalten wegen des Stricks. Später stand er dann aber, weshalb ich mir nach wie vor keine großen Sorgen wegen des Beines mache. Er steht nicht stabil und es wirkt so als schmerzte es ihn. Andererseits kennt der Storch ein Leben ohne Strick noch nicht. Dass er das Bein nicht gesund benutzt wundert mich nicht, er konnte das ja bisher nicht. Über die Hälfte seines Lebens hing er an diesem Strick.

Was mir wirklich Sorgen bereitet ist das Blut. Wir hatten vor vielen Jahren mal den Fall, dass Schmeissfliegen ihre Eier in die Wunde des Storches legten und ihn quasi vergifteten. Glücklicherweise macht es das Wetter den Fliegen gerade etwas schwerer.

Der weitere Verlauf der Aufnahmen zeigt drei wunderbare Geschwister, die sich ganz fürsorglich um den Rückkehrer kümmern. Wenn man langsam das Verhalten der Störche deuten kann, erkennt man in den Bildern förmlich die Wiederaufnahme in die Gruppe. Im bewegten Bild wird das deutlicher als in folgendem Standbild:

Anders als in manchem Beitrag von Zuschauern beschrieben hackt der Elternstorch nicht auf den „Rückkehrer“ ein und das Geschwisterchen verdrängt ihn nicht vom Nest. In Zeitlupe kann ich es eindeutig nachvollziehen, dass ein anderer Storch das Nest verlässt und der Elternstorch lediglich nach hinten wegfliegt. Es schaut aus wie einhacken, ist es aber nicht.

Den ganzen Landungsvorgang finden Sie in folgendem Film. Erst sind die drei Geschwister im Bild, dann kommt ein Elternstorch dazu, anschließend unser verunglückte Rückkehrer. Schauen Sie es sich ruhig mal ganz an, dann entdecken Sie auch, wie ein Elternstorch das vierte Geschwisterchen zurückbringt.

Das ging gerade noch gut aus!

Die Geschichte mit dem Strick am Bein führte heute fast noch zu einem tragischen Ende. Gegen 12:45 Uhr versuchte auch der letzte Jungstorch seinen Jungfernflug. Leider wurde ihm der Strick dabei ordentlich zum Verhängnis. Dieser war viel länger als erwartet und zog den abfliegenden Storch zurück, so dass dieser über den Nestrand hinaus nach unten fiel und kopfüber unter dem Nest hängen blieb. Das sah herzzerreißend aus.

Seine Geschwister kamen unmittelbar danach zurück ins Nest, konnten aber nur hilflos von oben zusehen.

Glücklicherweise gab es eine ganze Menge Beobachter vor Ort und auch auf der Homepage, so dass sehr schnell reagiert werden konnte. Es dauerte nur etwa eine Viertel Stunde, bis passendes Werkzeug und die Feuerwehr mit Drehleiter neben vielen besorgten Hammelburgern vor Ort waren. Die Feuerwehr hatte gerade die Drehleiter in Startposition gebracht, als der Storch sich plötzlich vom Nest löste und zusammen mit seinem Strick nach unten segelte und im Schneefang des alten Feuerwehrhauses (das ist Luftlinie vielleicht 40 Meter entfernt) erschöpft hängen blieb. Von dort ließ er sich recht leicht bergen.

Noch vor Ort hat einer der Feuerwehrmänner endlich den Strick vom Bein abgeschnitten und den Storch erstmals befreit. Ein kurzes Abtasten der Beine hatte schon die Vermutung nahegelegt, dass diese nicht gebrochen sein dürften. Anschließend wurde der Storch von der Tierärztin Dr. Bauer eingehend untersucht. Er hat einen Bluterguss am rechten Flügel, der auch behandelt wurde. Das Blut tränkte leicht das Gefieder am Bauch, so dass es schlimmer aussieht, als es wirklich ist. Im Wartezimmer des Tierarztes haben wir den Jungstorch kurz Probe stehen lassen. Er hinkte leicht, aber wirklich nur leicht, stand aber zeitweise einbeinig auf dem schmerzend wirkenden Bein. Kein Grund zur Sorge also.

Im Anschluss sollte der Storch wieder auf den Mönchsturm befördert werden. Dazu positionierte die Hammelburger Feuerwehr die Drehleiter ein zweites Mal in der schmalen Gasse. Leider reichte die Leiter nicht so nah an das Nest heran, so dass wir den Storch nicht sanft ablegen konnten. Er musste etwa 30 cm mit Schwung ins Nest befördert werden. Diesen Schwung nutzte er, um umgehend weiter zu segeln (fliegen ist wohl das falsche Wort). Siehe hier!

Er landete unbeschadet auf beiden Beinen im Eingangsbereich des Pfarrzentrums. Dort haben wir ihn nochmals versucht zu füttern. Aber wie schon sein Geschwisterchen vor zwei Wochen hat er das Futter nicht richtig angenommen. Immerhin: er hat es zweimal aufgehoben, aber eben nicht gefressen. Dafür lief er dort völlig normal, ließ aber den Flügel etwas hängen. Das ist bei Vögeln an sich kein gutes Zeichen, aber angesichts des Blutergusses mache ich mir keine großen Sorgen. Sein Gefieder ist zu nass gewesen, als dass er damit umgehend hätte wieder hoch fliegen können.

Drei Stunden später haben wir nochmal nach ihm gesehen. Irgendwas muss dazwischen passiert sein, denn jetzt humpelte er auffallend. Aber er konnte laufen. Wir haben ihn in einen abgezäunten Bereich laufen lassen. Dort hat er sich gleich auf einen Hügel gestellt und blickte hoch zum Nest. Ich mache mir wenig Sorgen um ihn selbst. Wir werden es beobachten, aber gegenwärtig erwarte ich, dass er zu den Geschwistern zurückkehren wird. Nur eben heute nicht mehr.

An dieser Stelle muss man mal allen Beteiligten ganz herzlichen Dank ausdrücken. Da waren die Spaziergänger und Homepagebesucher, die unmittelbar die Feuerwehr und auch mich informierten, dann das Team der Feuerwehr, das sofort mit der Feuerwehrleiter anrückte und mit großem Engagement die Rettung möglich machte, der Küster Michael, der das passende Werkzeug bereits bei Ankunft bereit hielt, die Nachbarn, die Kartons, Eimer und warmes Wasser zur Verfügung stellen, die Tierärztin Frau Bauer, die selbst mit großer Leidenschaft den Storch untersuchte, sich viel Zeit nahm und das dann genauso ehrenamtlich tat, wie alle anderen Helfer auch.

Hammelburg kann was!

Fotos: Laura Kramer, Kilian Warmuth, Christian Fenn

Storch gerettet!

Ganz kurze Zwischenmeldung, später mehr: Der Storch ist mit dem Strick, warum betrachten wir später, aus dem Nest gefallen und hing dann kopfüber am Nest. Glücklicherweise waren alle schnell zur Stelle. Beobachter haben sofort angefrufen, die Feuerwehr kam umgehend, ich war auch zufällig in der Nähe. Wir haben den Storch zwischenzeitlich an uns genommen, vom Strich befreit und zum Tierarzt gebracht. Um 14:15 Uhr bringen wir ihn ins Nest zurück. Die Übertragung bleibt solange an.

Strick behindert Jungstorch

Seit mehreren Wochen hat einer der Jungstörche einen Strick am Bein, von dem er sich nicht richtig befreien kann. Anfänglich erschwerte der Strick dem Storch das Aufstehen, dann bei den Flugübungen. Zwischenzeitlich hat sich der Strich dermaßen zerfleddert, dass er sich immer wieder an den Zweigen im Nest verhängt und den jungen Storch an den Flugübungen hindert. Manchmal hängt er sogar so fest, dass er sich nicht recht von der Stelle bewergen kann.

Die drei Geschwister fliegend unterdessen nun schon länger. Vermutlich könnte der jüngste ebenfalls längst seinen Jungfernflug absolviert haben. Aber es klappt nicht, wie folgende Aufnahme eindrücklich dokumentiert:

Ob das Problem jemals durch einen Eingriff zu lösen ist bleibt derzeit noch offen. Als Verantwortlicher der Internetseite greife ich nicht ohne Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde ins Nest ein. Eine Entscheidung darüber steht aber noch aus. Der Zeitraum zwischen dem Jungfernflug der drei Geschwister und dem jüngsten wäre dafür vermutlich am Besten gewesen, auch wenn er nicht ideal wäre. Nun scheint mir der betroffene Storch in seiner Entwicklung schon fast zu weit, so dass er beim Nähern der Feuerwehrleiter möglicherweise mit Bändel (und möglichen verhängten Zweigen) die Flucht antreten könnte. Dann wäre ihm auch nicht geholen.

Es geht voran

Zwischenzeitlich kann man die Jungstörche recht regelmäßig auf ersten Flügen beobachten. Dabei sind mnachmal auch zwei gleichzeitig unterwegs (ein Zuschauer schildert auch drei). Nur der Stroch mit dem Strick ist nohc nicht geflogen.

Jungfernflug

Bereits gestern vormittag hatte der erste Storchen einen etwa 20 minüten Rundflug gestartet. Da wir die Jungstörche nicht zweifelsfrei auseinanderhalten können, wissen wir nicht sicher, ob es auch der Storch war, dem es schon vor einer Woche gelungen war vom Boden zurück ins Nest zu fliegen.

Auch heute startete ein Jungstorch einen Flug. Er hielt sich für etwa zwei Stunden außerhalb des Nestes aus, kam dann aber zurück. Klicken Sie ins Bild um den Abflug als Film zu sehen.

Zwischenzeitlich ließ sich auch mehrfach beobachten, dass der Jungstorch mit dem Strick am Bein ebenfalls seine Flugübungen macht. Er wirkt dabei noch nicht ganz so reif, wie die drei anderen. Aber es geht voran. Leider reduziert das auch die Hoffnungen ihn irgendwie im Nest noch vom Strick zu befreien. Er würde vermutlich genau dann doch losfliegen.

Die müssen Zeit haben …

Wir konnten im Mai nicht zweifelsfrei erkennen, wann die Küken geschlüpft sind. Schon frühzeitig hatten wir eine Veränderung im Verhalten der Elternstörche geglaubt. Erst am 13. Mai ließen sich die Küken nachweisen, am 14. Mai wirklich entdecken. Nehmen wir mal den spätesten möglichen Termin für das Schlüpfen an, den 14. Mai (den Tag an dem wir die Küken wirklich gesehen haben) und rechnen jetzt die längste mittlere erwartbare Zeit dazu, die Störche vom Schlüpfen bis zum Jungfernflug brauchen (durchschnittlich 60 Tage, zwischen 58 und 64 Tage möglich), dann wäre es allerhöchste Zeit, dass sie ihren Absprung aus dem Nest schaffen. Da die Störche vermutlich aber etwas früher geschlüpft sind, wäre es längst an der Zeit.

Aufgrund des versehentlich das Nest verlassenden Storchs wissen wir, dass ein Flug längst möglich wäre. Er hat es immerhin vom Boden wieder ins Nest geschafft. Und das schon vor 7 Tagen. Auch die anderen Jungstörche machen ordentliche Flugübungen. Teilweise halten sie sich schon bis zu 20 Sekunden in der Luft.

Ich rechne daher mit dem Jungfernflug unbedingt noch an diesem Wochenende. Allerdings schleppen die Elternstörche immer noch Futter ins Nest. Eine echte Aufforderung zum Losfliegen zeigen diese auch noch nicht.

Der Bändel am Bein des jüngsten Storches wird immer luftiger. Er scheint sich langsam in seine Bestandteile zu lösen, geht aber noch nicht ab. Immerhin steht auch dieser Storch zwischenzeitlich sehr regelmäßig und lange im Nest. Der Strick scheint ihn weniger zu behindern, als es anfangs der Fall war.

Das war knapp! Amselnest leer

Nachdem gestern bereits das erste Amseljunge ganz regulär das Nest verließ, musste das zweite Küken samt seiner Mutter das Nest ziemlich fluchtartig verlassen. Schauen Sie sich dazu das Video einfach komplett an, auch wenn es Sie ein wenig Geduld kosten mag.

Da das Nest nun leer ist und auch leer bleibt, habe ich die Kamera wieder abgeschaltet.

Geschafft! Jungstorch im Nest zurück

Noch gestern Abend hatte der Jungstorch sein Futter auf dem Dach des Nachbarhauses verweigert. Heute Nachmittag wirkte er dann schon sehr geschwächt. Gegen 16:30 Uhr meldete sich dann der Anwohner, in dessen Hof sich der Storch zwischenzeitlich aufhielt und teilte mit, dass er das Dach jetzt verlassen habe und irgendwie fest sitze.

Glücklicherweise war bei meiner Ankunft der Jungstorch sehr still und bewegte sich kaum noch. Er wirkte dehydriert. Deshalb wagten wir es, ihn mit einer Spritze (natürlich ohne Nadel) Wasser direkt in den Schnabel zu spritzen. Das gelang auch recht gut, erst schluckte er nur, später schnappte er nach der Spritze, ähnlich wie nach den Schnäbeln der Altstörche. Wir transportierten daraufhin den Jungstorch zurück in den Rosengarten, wo er vor zwei Tagen noch gesessen hatte. Dort zeigte er sich aber so schlapp, dass ich sogar an seinem Überleben zweifelte. Eine erneute Gabe von Wasser und auch von (sehr wenig) Futter, sowie das Abkühlen über Kopf und Gefieder ließen ihn wieder aufspringen. Erst als er sich lebhaft genug zeigte ließen wir ihn wieder alleine, in der Hoffnung, dass er alleine weiter „essen“ würde. Diesmal war das Humpeln deutlich zu erkennen.

Etwa eine halbe Stunde später flog er dann von sich aus hoch ins Nest. Dort wurde er sehr neugierig, aber auch fast abwehrend empfangen. Aber er setzte sich durch und befindet sich nach fast drei vollen Tagen wieder im Nest. Genau so, wie wir es anfangs erhofft hatten (siehe Video)

Hoffen wir, dass die Geschichte erfolgreich weiter geht.

Innenhof

Gestern Abend hatte der Storch einen weiteren Versuch gestartet, um Richtung Nest zu fliegen. Leider landete er dabei eher im Innenhof des Nachbargebäudes, jetzt sitzt er dort wieder auf dem Dach. Von außen ist er nicht zu erkennen. Dort sitzt er dafür recht sicher vor Störungen. Wir haben ihm nochmal etwas Futter aufs Dach gebracht, das er zumindest gestern nicht angerührt hatte.

Er wirkt nicht mehr so gesund wie am ersten Tag. Außerdem scheint er leicht zu hinken. Ganz sicher kann man das auf dem schrägen Dach allerdings nicht erkennen.

Das könnte klappen

Heute Mittag hatte ich unserem Storch nochmal einen Besuch abgestattet, um zu prüfen, ob er das ausgelegte Futter annehmen würde. Dem ist leider nicht so: er tastet es nicht an.

Am frühen Abend erreichten mich dann zwei Aufnahmen eines Storches aus dem Pfarrgarten. Außerdem der Hinweis von einigen Passanten, dass ein zweiter Storch aus dem Nest gefallen wäre. Aber dem ist nicht so. Unser Jungstorch ist aus seinem abgesperrten Bereich im Rosengarten herausgeflogen und befand sich zwischenzeitlich im Pfarrgarten. Schnell war klar, dass er mit diesem „großen“ Bewegunsradius nicht mehr von Zäunen geschützt und zuverlässig gefüttert werden kann. Der Rosengarten wird also morgen wieder geöffnet werden können.

Gegen 20 Uhr hatte derselbe Storche auch den Pfarrgarten verlassen und befindet sich, während ich dies schreibe, auf dem Dach eines angrenzenden Hauses. Er hat damit schon gut an Höhe gewonnen. Bis zum Nest ist es allerdings noch ein weiter Weg. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass er es schaffen könnte dorthin zurück zu kehren. Immerhin versucht er es.

Wir werden ihn weiter beobachten.

Wie geht es mit dem Jungstorch weiter?

Was genau mit dem Storchenküken gestern passiert ist, dass er sich nicht mehr im Nest befindet lässt sich nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Wir gehen jedenfalls nach einer konkreten Beschreibung durch eine Spaziergängerin davon aus, dass es bereits vor 20 Uhr am 03. Juli passiert sein muss. Da Störche eigentlich sehr geschickt im Umgang mit dem beengten Nest sind, ist es eher unwahrscheinlich, dass der Storch versehentlich gefallen ist. Genausowenig lässt sich vorstellen, dass er gezielt geschubst wurde. Viel wahrscheinlicher ist (und das ist eine reine unbewiesene Überlegung von mir), dass er wie für sein Alter typisch schon höhere Flugübungen gemacht hat. Der teilweise böige Wind gestern könnte ihn dann leicht abgetrieben haben, so dass er anschließend das Nest verfehlte. Glücklicherweise ist er im Fliegen schon fit genug, dass er vielleicht nicht unbedingt sanft, aber unbeschadet am Boden landen konnte. Er landete glücklicherweise im Garten hinter der Schlossmauer. Dieser wird nachts ohnehin abgeschlossen und bleibt es jetzt auch erstmals tagsüber.

Einige Überlegungen, ob er ins Nest zurück gebracht werden könnte, wurden nach Rückspreche mit der unteren Naturschutzbehörde zunächst verworfen, da man damit auch die anderen Tiere gefährten könnte. Da wir eigentlich erwarten dürften, dass der junge Storch in wenigen Tagen ohnehin seinen Jungfernflug angestellt hätte, soll er sich bis dahin in diesem Garten aufhalten können. Er wird dabei von Helfern gefüttert. (Herzlichen Dank an den anonymen Spender!). Aus Erfahrungen nach dem Blitzeinschlag wissen wir, dass Störche eigentlich unkompliziert Essen annehmen, auch wenn es nicht von den Eltern geliefert wird. Es ist unser Ziel, dass er selbständig weiter das Fliegen lernt und sich den Geschwistern wieder anschließen kann.

Allerdings war das heute noch nicht von Erfolg gekrönt. Wir haben ihm gegen 16:30 Uhr erstmals Futter angeboten und ihn damit auch alleine gelassen. Er soll ja nicht lernen aus der Hand zu fressen. Bis zum Abend hatte er es noch nicht angerührt. Wir werden es weiter kontrollieren.

Der Jungstorch ist zwar erwartungsgemäß scheu, aber doch nicht panisch. Zum Füttern hält er sich nah genug auf, um neugierig zu beobachten, was ihm angeboten wird. Viel mehr Nähe soll aber gar nicht entstehen, damit er sich nicht zu sehr an den Menschen gewöhnt. Nach Essenslieferung lassen wir ihn derzeit auch mit dem Futter alleine. Da man zwischenzeitlich einen „Lieblingsplatz“ ausmachen kann, haben wir das Futter neu positioniert.

Völlig unterversorgt scheint er aber nicht zu sein. Im Garten liegen drei Gewölle und Kot findet sich auch. Natürlich wird das noch von der Fütterung durch die Eltern sein, aber der Hunger ist wohl noch nicht so groß, dass er sich an das gelieferte Essen heran wagt.

Strick am Bein

Wie könnte es mit dem Jungen im Nest weitergehen, das derzeit noch den blauen Strick am Bein hat? Da es sich dabei um das jüngste „Küken“ handelt, gehen wir davon aus, dass es den Jungfernflug als letztes absolviert und vermutlich eine Zeit lang alleine im Nest sitzen wird. Das könnte (die Betonung liegt auf „könnte“) eine Chance sein, um es dann davon zu befreien. Aber entschieden ist dabei noch nichts.

Storchenjunges aus dem Nest gefallen

Vermutlich gestern Abend ist ein Storchenjunges aus dem Nest gefallen. Leider haben wir es erst heute Vormittag mitbekommen und können nicht mehr auf die Daten zurückgreifen. Es trägt keine erkennbaren Verletzungen und wirkt fit. Wie es genau damit weitergeht steht noch nicht fest. Aktuell wurde der Bereich für Spaziergänger gesperrt. Mehr Infos gibt es später.

Flugübungen

Immer deutlicher kommt in diesen Tagen die kupferne Farbe der Schnäbel durch. Die Jungstörche verbringen ihren Tag mit Flugübungen und Nestbau. Lediglich das Kleinste (vermutlich auch das Jüngste) sitzt noch viel im Nest. Der Strick, der sich um seine Bein verfangen hat, wird immer wieder deutlich sichtbar. Leider behindert er den Storch an dessen Bewegungsfreiheit. Stehen fällt im wohl etwas schwerer, auch wenn es möglich ist. Gleichzeitig scheint der Storch zu „hinken“. Allerdings mit dem Bein, an dem der Strick eben nicht ist. Immerhin kann man beobachten, dass auch das jüngste hin und wieder Flugübungen macht.

Da wir das genaue Schlüpfdatum der Störche nicht kennen, können wir auch nur vage Aussagen über den Jungfernflug machen. Ich denke, dass es noch etwas mehr als eine Woche bis dahin ist. Allerdings ist das eine sehr vage Aussage. Schon jetzt kann man aber erkennen, dass das jüngste dann noch nicht den selben Entwicklungsstand haben sollte.

Von der unteren Naturschutzbehörde habe ich noch keine Rückmeldung, ob und was man wegen des Stricks unternehmen könnte.

Zweite Webcam: Amselnest

Zum zweiten mal habe ich ein Amselnest direkt vor meiner Haustür. Diesmal sitzt es sogar so günstig, dass ich die Bilder übertragen kann. Die Kamera habe ich noch, als die Kameras auf dem Mönchstrum installiert waren. Ich wollte eine damals dort tauschen, dann schlug der Blitz ein. Jetzt findet die Kamera kurzzeitig Verwendung beim Amselnenst

Strick am Bein

In den letzten Tagen häuften sich nicht grundlos die Rückmeldung, dass eines der Jungstörche einen blauen Strick am Bein hat. Wenn das bild gerade mal nicht in der Hitze flimmert, dann kann man ganz gut erkennen, dass es sich dabei um einen der typsichen blauen Bändel handelt, mit denen man beispielsweise Stroh zusammen bindet. Es hindert den Jungstroch offenbar daran gerne aufzustehen, denn man sieht ihn wesentlich häufiger im Nest sitzen als die drei anderen. Dennoch kann er aufstehen. Leider ist der Bändel so lang, dass er ab und an darauf zu stehen scheint.

Ich hatte heute morgen deshalb eine sehr nettes Telefonat mit der Unteren Naturschutzbehörde in Bad Kissingen. Das Problem ist dort zwischenzeitlich bekannt und ich warte auf eine Rückmeldung. Sobald ich diese habe, werde ich es hier schreiben.

Futterneid und Helikopterflug

Es ist fast schon unglaublich, wie es den zwischenzeitlich herangewachsenen Jungstörchen überhaupt noch gelingt, sich so sehr im Nest zu verstecken, dass man sie nicht mehr sehen kann. Da kann man einerseits auf ein scheinbar leeres Nest stoßen und andererseits – gerade beim Füttern – auf heftige Bewegung und Platzmangel.

Zur Mittagszeit landete wohl ein Rettungshubschrauber in Hammelburg. Gesehen habe ich ihn zwar nicht, aber zumindest davon berichtet bekommen. Den Jungstörchen kann man das unbekannte Flugobjekt auch gleich ordentlich anmerken. Sie lassen es nicht aus dem Auge und legen sich dann tief in die Nestmulde. Nur eines ist immer etwas neugieriger als die anderen. Später beim Abflug kann man ein ähnliches Verhalten beobachten.

Am frühen Abend kamen dann beide Elternstörche gleichzeitig zurück ins Nest. Aber nur der Vater blieb zum Füttern. Dabei wird der Konkurrenzkampf unter den Jungtieren immer wieder sichtbar. Manchmal meint man, dass sie sich im Streit gleich aus dem Nest werfen. Aber noch ist keines heraus gefallen.

Fast schon wie die Großen

Glücklicherweise haben unsere Storchenjungen noch schwarze Schnäbel. Sonst wären sie vielleicht manchmal nicht sofort von den Eltern zu unterscheiden. Sie sind inzwischen riesig geworden. Nachdem sich einer der jungen Störche heute genau richtig gestellt hatte, habe ich die Flügelspannweite vermessen können. Er bringt es auf 148 cm!

Sie sind ordentlich gewachsen

Unsere Jungstörche entwickeln sich prächtig. Nach wie vor gilt, dass alle vier Jungen im Nest sind, auch dann wenn eines immer wieder mal in der Deckung bleibt. Wenn die Elternstörche zum Füttern kommen sind aber immer alle sehr lebhaft und lassen sich auch gut beobachten. An heißen Tagen müssen die Elternstörche jetzt ordentlich Wasser anschleppen, denn die Tiere brauchen längst viel.

Kein Wunder, sind sie doch längst ziemlich groß gewachsen. Heute habe ich sie mal wieder vermessen. Üblicherweise verwende ich dafür die Maße von Schnabelspitze zu Hinterkopf. Das gemessene Küken bringt es dabei heute schon auf 15cm. Das kürzlich aus dem Nest geworfene Küken hatte nur 7cm. Die Flügelspannweite beträgt außerdem schon deutlich über einem Meter.

Im Laufe des Tages waren außerdem fremde Störche im Nest. Zwar wurden sie in der Kamera nicht sichtbar, aber das Verhalten der Elternstörche war schon sehr auffällig. Im ersten (folgenden) Bild kam ein Elternstorch sehr hektisch ins Nest gefolgen. Er berührte dabei auch den Blitzableiter und brachte diesen ordentlich in Schwingung.

Werbung für unser Zeltlager

Auch in diesem Jahr findet wieder unser Zeltlager statt. Ähnlich wie während der Coronazeit werden wir nicht auf einen Zeltplatz fahren, sondern rund um Schloss Saaleck zelten. Und weil ein Schloss sich dazu gerade anbietet wird sich dabei alles um Märchen und ein wenig auch um Gespenster drehen.

Leider kann nur mitfahren, wer auch mutig genug ist, im Umfeld eines Schlosses auf genau jene Gespenster und Märchenfiguren zu treffen. Na, wirst du dich trauen?

Das Zeltlager findet vom 31.07. bis 07.08. statt. Zur Anmeldung geht es hier

Turbulente Fütterung

Entgegen der täglichen Zuschriften, dass nur noch drei Küken im Nest wären, sind auch heute noch alle vier im Nest. Im jetztigen Alter ist es auch ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Küken noch aus dem Nest entfernt würde. Das schließt einen Unfall oder Krankheit aber nicht aus.

Obwohl die Küken schon so groß sind, dass sie manchmal auf den ersten Blick für einen Elternstorch gehalten werden können, ist die Nestmulde so tief, dass sich alle darin verstecken können. Kein Wunder also, wenn nicht immer alle Tiere sofort erkannt werden.

Dass die Jungstörche aber schon richtig groß sind lässt sich spätestens bei einer Fütterung gut beobachten. Dann ist der Kampf um das Essen heftig und entsprechend turbulent geht es im Nest zu.

Mutter wieder aktiver

In den letzten Tagen erreichten mich immer wieder mal besorgte Zuschriften. Aber die Durchsicht der Aufzeichnungen zeigt doch deutlich, dass alles nach Plan verläuft. Zwischenzeitlich beteiligt sich auch die Mutterstörchin wieder mehr an der Nahrungssuche und auch am Ausbau des Nestes.

Außerdem sind nach wie vor alle vier Küken gesund im Nest. Tatsächtlich bleibt eines manchmal etwas unsichtbar. Es sitzt häufiger tiefer im Nest und hat auch beim Füttern immer wieder mal das Nachsehen. Aber es wächst gleichmäßig heran und der Abstand zu seinen Geschwistern ist längst nicht besorgniserregend.

Wer sich Zeit nimmt kann immer wieder mal Übungen mit den Flügeln beobachten. Diese haben zwischenzeitlich eine Spannweite von deutlich über 70cm. Genau vermessen kann ich sie erst, wenn mal ein Küken genau richtig Kamera blickt, während es die Flügel streckt.

Arbeitnehmer gesucht!

Ich mache hier mal kurz Werbung, weil ich einen Arbeitskollegen suche:

Wir suchen für unser Arbeitsprojekt KIP einen Anleiter oder eine Anleiterin.

Das Arbeitsprojekt KIP ist ein Reintegrationsprojekt für Langzeitarbeitslose in Arbeit. Wer daran teilnimmt, soll nach langer Arbeitslosigkeit allmählich wieder an Arbeit herangeführt werden. Anders als bei einem regulären Arbeitsplatz geht es dabei nicht darum möglichst produktiv zu sein, sondern vielmehr zu lernen, wieder pünktlich und regelmäßig zur Arbeit zu kommen und dort mit den Arbeitsabläufen langsam vertraut zu werden. Dies lernen wir auf unterschiedlichen Baustellen, die wir uns jeweils suchen. Wir streichen Wände, entkernen Häuser oder machen Brennholz im Wald. Die Arbeitseinsätze können vielfältig sein.

Da unsere Projektteilnehmer sehr unterschiedlich und vielleicht auch herausfordernd sind, müssen alle auch lernen sich auf die Eigenarten des anderen einzustellen.

Weil Lernen im Vordergrund steht, nehmen wir uns die Zeit um kollegial miteinander umzugehen und auch auf die Bedürfnisse im privaten sozialen Umfeld einzugehen. Eine Kollegin kümmert sich um Schulden, den Schriftverkehr mit Ämtern, die Lösung von Alltagsproblemen und hilft Bewerbungen zu schreiben. Denn das oberste Ziel ist, dass die Projektteilnehmer gar nicht bei uns bleiben, sondern auf dem regulären Arbeitsmarkt unterkommen.

Für die Aufsicht und Anleitung auf den Baustellen suchen wir einen Anleiter/ eine Anleiterin. Du solltest daher handwerklich fit sein und dich in möglichst vielen Arbeitsbereichen auskennen. Am wichtigsten aber ist, dass du dein Wissen durch verständliche Erklärungen weitergeben kannst. Und deshalb solltest du im Umgang mit Menschen geübt sein, auch wenn diese vielleicht nicht so sind wie du.

Und das solltest du mitbringen:

  • ausreichend Nerven und Geduld im Umgang mit Menschen
  • du solltest konsequent auftreten können, aber auch ein offenes Ohr für die Anliegen der andere haben
  • Führerschein (Klasse B), wenn möglich mit Anhänger
  • Grundkenntnisse über die Gestaltung von Baustellen (Sicherheitsmaßnahmen) oder die Bereitschaft dich darin einzuarbeiten
  • Vielfältige Erfahrung mit handwerklichen Dingen

Uns ist es wichtig, dass du die Menschen mitnehmen und motivieren kannst. Damit sie gerne auf die Arbeit kommen, auch dann, wenn sie vielleicht noch keine Profis in ihrem Handwerk sind und noch manche Geduld von dir abverlangen.

Deine Arbeitszeiten wären derzeit von 8:30 Uhr bis etwa 13:30 Uhr als Anleitung. Ein paar Stunden kommen sicher noch für Planungen dazu. Gerne diskutieren wir deine eigenen Vorstellungen bezüglich des Arbeitsvertrags und der Wochenstunden mit dir.

Schicke deine Bewerbung einfach an bewerbung@kidro.de oder rufe uns an unter 0170/8525180. Wir freuen uns über deine Bewerbung, du läufst Gefahr eingeladen zu werden.

Hier noch ein Link zu unserer Einrichtung: www.kidro.de